Sektor Raffinerie: Raffinerie Fanto.

Im Jahr 1896 wurde in Ustrzyki Dolne eine große Raffinerie errichtet, die 1902 von der Firma „Fanto S.A.“ übernommen wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg begann man mit dem weiteren Ausbau und der Modernisierung des Werks.

 

Es waren 450 Mitarbeiter beschäftigt. In den Jahren 1929-1935 nahmen die Eigentümer einen weiteren Ausbau und die Modernisierung des Werks in Angriff. Es wurden zusätzliche Destillationsanlagen, eine Paraffinfabrik, ein Labor, mechanische Werkstätten mit Schmiede sowie ein neues Kesselhaus errichtet. In der Nähe der verlaufenden Eisenbahnlinie wurden große Tanks gebaut, die als Rohöllager dienten.

 

Die Verarbeitungskapazitäten der Raffinerie in Ustrzyki Dolne waren sehr hoch. Bereits 1928 wurden jährlich 54.000 Tonnen Rohöl verarbeitet, was 4 % der gesamten Erdölförderung in Polen ausmachte.

 

Die 1930er Jahre und die Weltwirtschaftskrise verschonten die Raffinerie in Ustrzyki nicht; aus wirtschaftlichen Gründen entschied der Konzern „Małopolska“, Eigentümer der Raffinerie, die Tätigkeit der Gesellschaft einzustellen. Aus Sorge um die Einwohner gründeten die damaligen Stadtbehörden – auf Initiative des Bürgermeisters Dr. Roman Lenartowicz – die Gesellschaft „Pilak“, die sich mit der Holzverarbeitung befasste und in der die Arbeiter wieder Beschäftigung fanden. Dies dauerte jedoch nicht lange, denn bereits 1939 nahm die sowjetische Verwaltung die Raffinerie erneut in Betrieb. Nach der Rückkehr von Ustrzyki Dolne in die Grenzen Polens im Jahr 1947 stellte die Raffinerie aufgrund des hohen Zerstörungsgrades ihre Tätigkeit ein. Derzeit befindet sich auf dem Gelände der Raffinerie das Bieszczadzkie Zentrum des kulturellen Erbes.

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