Sektor Raffinerie: Raffinerie in Gorlice.

Noch während des Aufenthalts von I. Łukasiewicz in Gorlice destillierten Bauern in den umliegenden Dörfern Erdöl in primitiven Anlagen. Eine solche Destillerie wurde 1883 auf dem Gelände von Glinik Mariampolski errichtet. Im Jahr 1887 begann der Kanadier William Henry Mac Garvey in Partnerschaft mit dem Bankier J.S. Bergheim mit ihrem Ausbau. Damals entstand die größte Erdölraffinerie auf dem Gebiet Galiziens. Sie bestand aus zwei Destillationskesseln für Rohöl, einer Abteilung zur Raffination von Kerosin und Ölen sowie zwei Kesseln zur Koksdestillation. Zu jener Zeit beschäftigte sie 60 Mitarbeiter.

Im Jahr 1891 verarbeitete die Raffinerie 3.250 Tonnen Rohöl. Zu dieser Zeit war die Raffinerie ausgestattet mit: einer Kesseldestillation des Rohöls, einer Destillation der Rückstände, einem Kessel für Probedestillationen, einem Kessel für Schmieröle sowie drei Rührwerken.

Im Jahr 1914 verarbeitete die Raffinerie etwa 40.000 Tonnen Rohöl. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs besetzten russische Truppen am 11. November 1914 die Raffinerie und zerstörten vieles von dem, was Mac Garvey aufgebaut hatte. In der Zwischenkriegszeit befand sie sich im Besitz des Konzerns „Dąbrowa“. Die Raffinerie verarbeitete in dieser Zeit 3.500 Tonnen Rohöl pro Monat und beschäftigte 420 Personen. Nach dem Einmarsch deutscher Truppen am 6. September 1939 wurde sie vom Besatzer übernommen. Anfang August 1944 begann die deutsche Verwaltung mit der Demontage der Raffinerieanlagen und deren Abtransport. Am 28. April 1949 ging sie in das Eigentum der Polnischen Volksrepublik über. Bis zum 31. Dezember 1980 gehörte die Raffinerie zu den Karpatischen Raffineriewerken I. Łukasiewicz in Jasło. Im Jahr 1984 nahm sie den Namen Kerosinraffinerie „Glimar” in Gorlice an, und seit 1996 ist sie eine Aktiengesellschaft. Seit dem 23. Dezember 2004 befindet sich die Raffinerie im Insolvenzverfahren.

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