Sektor Raffinerie: Raffinerie Jedlicze.

Die Raffinerie wurde in den Jahren 1899-1902 durch die Hannoversch-Galizische Erdölgewerkschaft mit Sitz in Krosno errichtet. Die Begründung für den Bau war die Nähe von Erdöllagerstätten mit der Perspektive eines Anstiegs der Förderung.

In den ersten zwei Jahren wurden sechs Destillationskessel für Rohöl, zwei kleine Kessel zur Rektifikation von Benzin sowie eine Anlage zur Raffination von Kerosin mit Schwefelsäure errichtet. In der Raffinerie arbeiteten 30 Personen. In den Jahren 1908-1910 wurden weitere vier Destillationskessel angebaut. Zudem wurden eine Batterie aus neun Kesseln zur Koksdestillation, eine Paraffinfabrik sowie eine Wasserstation errichtet.

Seit 1911 gehörte die Raffinerie der niederländisch-französischen Gesellschaft „Du Nord“ und trug den Namen „Kerosinfabrik in Jedlicze“. Produziert wurden damals u. a. Kerosin, Benzin, das sogenannte „blaue Öl“, Paraffin und Asphalt. Die Produkte wurden nach Belgien, Frankreich, in die Niederlande und nach Deutschland versandt. Nach dem Ersten Weltkrieg wechselte der Eigentümer mehrfach, was zu einem fortlaufenden Ausbau und einer Modernisierung führte.

Damals wurden Kerosin, Paraffin, Benzin, Kerzen, Asphalt, Koks, Schmieröle, Gasolin, Schmierdestillate und Motoröle hergestellt. Mitte 1936 beschäftigte das Unternehmen 330 bis 350 Mitarbeiter.

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs übernahm am 8. September 1939 der deutsche Besatzer die Raffinerie. Im Juli 1944 begannen die Deutschen mit der Demontage der Raffinerieanlagen und deren Abtransport ins Reich.

Am 8. September 1944 verließ das deutsche Militär die Raffinerie, und sie wurde als erste Raffinerie in Polen von der nationalsozialistischen Besatzung befreit. Es folgten der Wiederaufbau der Raffinerie und die Wiederaufnahme des Betriebs. Sie ist bis heute in den Strukturen von ORLEN Południe S.A. tätig.

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